My Cousin Rachel – du Maurier

My Cousin Rachel – du Maurier

Wenn man einen Autor neu kennen lernt und so richtig beeindruckt von ihm oder ihr ist, dann will man meist mehr. So ist es mir zumindest bei Daphne du Maurier ergangen. Nachdem ich Rebecca gelesen hatte, die Rezension findet ihr übrigens hier, war ich hellauf begeistert und wollte unbedingt ein weiteres Buch aus du Mauriers Feder lesen. Also habe ich mir kurzum My Cousin Rachel bestellt und es auch ziemlich bald darauf verschlungen. Mehr zu meinen persönlichen Eindrücken nach dem Klappentext:

Seit dem Tod seiner Eltern lebt Philipp bei seinem wohlhabenden Vetter Ambrose in Cornwall – bis der langjährige Junggeselle auf einer Florenzreise überraschend heiratet. In Briefen erzählt Ambrose Philipp von seinem Eheglück mit Rachel. Mit der Zeit jedoch werden die Briefe seltener, die Inhalte verwirrender. Eines Tages trifft ein beunruhigender Hilferuf aus Italien ein: Ambrose ist an einem rätselhaften Leiden erkrankt und fühlt sich von Rachel bedroht. Philipp reist alarmiert nach Florenz, doch er kommt zu spät: Ambrose ist tot, und von der jungen Witwe fehlt jede Spur … bis Rachel vor Philipps Tür in Cornwall steht. Und sie ist ganz anders, als er erwartet hätte: humorvoll, intelligent und zurückhaltend. Mehr und mehr verfällt Philipp der schönen Frau, doch plötzlich erkrankt auch er. (Klappentext, Insel Verlag)

Enttäuschung ist vermutlich das letzte Wort, welches ich zur Beschreibung meiner Lektüre verwenden würde. Denn wie auch bei Rebecca, hat es du Maurier mit My Cousin Rachel geschafft, mich vollends zu fesseln und komplett mitzureißen. Die zwei Geschichten könnten zwar inhaltlich kaum unterschiedlicher sein, sind aber aufgrund der selben Spannung und des selben umwerfenden Schreibstils unverkennbar aus der selben Feder. Auch die, in Ermangelung einer besseren oder akkurateren Übersetzung für „twisted“, verdorbenen Charaktere erscheinen mir typisch für du Maurier und sind eine ungemeine Bereicherung für beide Geschichten.

In dieser, wie könnte es anders sein, ist Rachel die potentiell verdorbene Person im Zentrum der Geschichte. Ob sie nun wirklich die schwarze Witwe ist, die sie zu sein scheint, bleibt jedoch bis ans Ende unklar, was die Spannung teilweise ins beinahe Unerträgliche steigert. In anderen Worten, du Maurier sind sowohl die Charaktere als auch die gesamte Charakterkonstellation unheimlich gut gelungen. Die Protagonisten haben Ecken und Kanten, sind unterhaltsam und stets für eine Überraschung gut. Und auch die Dynamiken zwischen den verschiedenen Charakteren sind hochinteressant und haben einen nicht unbeträchtlichen Einfluss auf die Geschichte.

Die Geschichte an sich wird von du Maurier meisterhaft erzählt und hat mehrere gerissene Wenden parat. Dabei wird die Geschichte nicht nur von ihrem fantastischen Schreibstil unterstützt, sondern auch von den Schauplätzen in England und Italien. Du Maurier weiß offensichtlich ganz genau, wie man ein Setting am effektivsten einsetzt und in die Geschichte einbindet, was sie auch in Rebecca schon deutlich bewiesen hat.

Insgesamt kann ich Daphne du Maurier nur empfehlen, da ich sie für eine geniale Schriftstellerin halte, die sich darauf versteht, die Leser komplett zu fesseln und mit auf eine düstere Reise zu nehmen. Wer also noch nie etwas von ihr gelesen hat, der hat eindeutig Nachholbedarf.

My Cousin Rachel wurde erst kürzlich verfilmt, weshalb mich interessieren würde, ob ihr den Film vielleicht gesehen habt und was ihr von ihm haltet. Ich selbst habe ihn noch nicht gesehen, werde es aber baldigst nachholen, da Rachel Weisz als Cousin Rachel für mich wie die perfekte Besetzung klingt.

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