Dazwischen: Ich – Rabinowich

Dazwischen: Ich – Rabinowich

Rezensionen zu meiner Pflichtlektüre schreibe ich nur selten, einfach weil viele der Bücher, die ich für dein Uni lesen muss, mich eher kalt lassen. Nicht so Dazwischen: Ich von Julya Rabinowich. Dieses Buch hat mich wirklich berührt und ich finde, dass man diese Geschichte in 2018 auf jeden Fall gelesen haben sollte. Dabei ist dies aber auch keine klassische Rezension, da ich dieses Buch vom Inhalt her zu wichtig finde, um an kosmetischen Kleinigkeiten herumzumäkeln. In anderen Worten, dies ist eher eine Buchvorstellug, bei der ich die Leseempfehlung direkt am Anfang schon aussprechen möchte. In den Medien hört man so viel über Flüchtlinge, doch oftmals hat man das Gefühl, dass vergessen wird, dass auch sie Menschen sind. Menschen mit tragischen Geschichten. Und genau so eine Geschichte wird in Dazwischen: Ich erzählt:

Das Los der 15-jährigen Madina teilen viele Flüchtlingskinder: Sie alle sind Brückenbauer zwischen ihren Familien und dem neuen Leben in der westlichen Welt. Nach einer beschwerlichen Flucht vor dem Krieg in ihrer Heimat ist Madina endlich angekommen, in einem Land, das Sicherheit verspricht. Doch nicht allen in ihrer Familie fällt es leicht, Fuß zu fassen. Und so ist es an Madina, Mittlerin zu sein zwischen ihrer Familie im Flüchtlingsheim und dem unbekannten Leben außerhalb. Sie nimmt das Schicksal ihrer Familie in die Hand und findet in Laura eine Freundin, die für sie in der Fremde Heimat bedeutet. Eine bewegende Geschichte über Freundschaft, Migration und das Erwachsenwerden in Zeiten von Krieg und Verfolgung. (Klappentext, Hanser Literaturverlage)

Madina ist wirklich ein besonderes Mädchen und man hat sie sehr schnell ins Herz geschlossen. Mit anderen Charakteren hingegen tut man sich wirklich schwer – etwa bei Madinas Vater. Man versteht, dass er nur das Beste für seine Familie möchte, doch der Autorin gelingt es, die unterschiedliche Kultur als unüberwindbare Kluft erscheinen zu lassen. Ein Gefühl, dass leider auch im wirklichen Leben oftmals geschürt wird. An dieser Stelle muss man sagen, dass das Buch für solche Situationen leider keine Lösungsvorschläge parat hat, sondern eher ein Tatsachenbericht ist, der Einblicke in diese Kultur gewähren soll.

Deshalb sollte man hier auch keine glücklichen Wendungen und wunderbare Zufälle erwarten. Dazwischen: Ich soll vor allem eines sein: realistisch. Und das ist es auch. Es liest sich, wie das Tagebuch eines 15-jährigem Mädchens, das aus seiner Welt gerissen wurde und sich nun in einer fremden Umgebung zurechtfinden muss. Die Geschichte zeigt auch wunderbar, wie anpassungsfähig Kinder sind und wie offen für äußere Einflüsse – im Guten wie im Schlechten – Kinder sein können. Die Geschichte Bieter zwar keine Lösungen an, Abreise zeigt eine Sache deutlich auf: Es sind die Kinder, in die wir Zeit, Mitgefühl und Bildung investieren sollten. Es sind die Kinder, denen wir unsere Hand anbieten sollten.

Madinas Geschichte ist kein Einzelfall und auch wenn kein Schicksal eins zu eins wie das ihre sein mag, so bietet ihre Geschichte dennoch einen hochinteressanten Einblick und hilft beim Verstehen. Denn es findet am Ende doch irgendwo eine schöne Balance zwischen alten und neuen Werten und zeigt auf, dass diese sich nicht unbedingt gegenseitig ausschließen müssen.

Ein Gedanke zu „Dazwischen: Ich – Rabinowich

  1. Liebe Smarty, ein wirklich interessantes Buch, dass du da vorstellst und ich werde es mir gerne notieren, denn du hast Recht: es ist ein Buch, das man besonders jetzt lesen sollte. Danke <3

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