The Magician’s Nephew (Narnia 1) – Lewis

The Magician’s Nephew (Narnia 1) – Lewis

Habt ihr gewusst, dass es zwei unterschiedliche Reihenfolgen gibt, in denen man den die Narnia-Reihe von C.S. Lewis lesen kann? Nein? Ich ursprünglich auch nicht – bis ich beschloss, die Reihe zu lesen. Dann stellte sich die große Frage: In Publikationsreihenfolge oder chronologisch? Der Unterschied? Die Publikationsreihenfolge entspricht zwar der Reihenfolge, in der Lewis die Geschichten schrieb, doch spätere Geschichten fungieren teilweise als Prequels. Während The Lion, the Witch and the Wardrobe (Der König von Narnia) als „schönste“ Einführung in die Welt von Narnia gilt, erfährt man in The Magician’s Nephew (Das Wunder von Narnia) wie die Welt überhaupt entstanden ist. Und so weiter. Es gibt für beide Reihenfolgen viele schlägkräftige Argumente. Ich habe mich am Ende für die chronologische Reihenfolge entschieden, einfach weil mir persönlich eine klare zeitliche Abfolge liegt. Darum also jetzt die Rezension zum chronologisch ersten Band der Reihe: The Magician’s Nephew und darum geht es:

Polly und Digory sind zwei ganz normale Kinder aus London. Eigentlich wollten sie nur gemeinsam spielen und das gruselige Haus in ihrer Straße erkunden. Doch irgendwie sind sie stattdessen im verbotenen Dachzimmer von Digorys Onkel gelandet, der die zwei Kinder daraufhin für eines seiner magischen Experimente benutzt. Durch dieses magische Experiment landend Polly und Digory in einer seltsamen neuen Welt. Doch ihre Neugier führt sie weiter, in eine noch seltsamere Welt, wo Digory der Macht einer gefährlichen Hexe unterliegt.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mit Narnia zuvor wenig am Hut hatte und mir die eBook-Sammlung eigentlich nur gekauft habe, weil es a) Fantasy ist und ich b) durch den wunderschönen Tumbler (siehe Titelbild) aus der letzten FairyLoot Box neugierig geworden bin. Deshalb wusste ich auch nicht wirklich, was mich erwarten würde. Vielleicht bin ich deshalb auch so positiv überrascht? Ich habe mir, warum auch immer, Narnia irgendwie viel kindischer und kindlicher vorgestellt. Doch das ist es definitiv nicht. Sicher, es funktioniert als Kindergeschichte immer noch ganz wunderbar, doch auch als Erwachsener bekommt man einiges geboten.

Narnia ist ein bisschen wie ein Märchen und wenn man sich auf die Geschichte einlässt, dann entführt sie einen wirklich in diese ganz besondere Märchenwelt, die so ganz anders ist, als unsere eigene. Ein Kontrast, der in diesem ersten Teil übrigens ganz besonders schön zur Geltung kommt. Auch die Charaktere, vor allem jener der bösen Hexe, erinnert sehr stark an ein klassisches Märchen, durch die magische Welt und die fantastischen Bewohnter, ist es aber doch ganz klar ein Fantasyabenteuer.

Die zwei Hauptcharaktere sind auf alle Fälle interessante Charaktere, auch wenn für mich Aslan persönlich das Highlight ist und bleibt. Seine Vorstellung ist extrem gut gelungen und baut eindeutig wunderbar für die folgenden Teile auf. Auch sprachlich empfinde ich das Buch als äußerst gelungen, da für mich das Englisch sehr angenehm und flüssig war. Der Schreibstil war angemessen, auch wenn das ein oder andere Wort etwas veraltet war, was aber weder überraschend noch störend ist.

Inzwischen habe ich die ersten vier Teile gelesen und kann deshalb schon etwas zu den Reihenfolgen sagen: Für Kinder ist tatsächlich der Einstieg mit The Lion, the Witch and the Wardrobe (Der König von Narnia) empfehlenswerter, da er einfach magischer ist und man direkt in diese wundervolle Welt geworfen wird. Für etwas reifere Leser kann ich aber den Einstieg mit The Magician’s Nephew (Das Wunder von Narnia) empfehlen, da es eine äußerst gelungene Gründungsgeschichte ist und man so mit viel mehr Hintergrundwissen in die Abenteuer von Peter, Susan, Edmund und Lucy einsteigt. Grundsätzlich kann ich bis jetzt aber alle Teile empfehlen. 🙂

Und ihr? Seid ihr schon mal nach Narnia gereist? Wenn ja, wie hat euch die Reise gefallen?

7 Gedanken zu „The Magician’s Nephew (Narnia 1) – Lewis

  1. Hallöchen,
    ich bin durch das Litnetzwerk auf Deinen Blog gelangt und muss sagen: wirklich toll!
    Nun zu Deiner Rezension – also ich habe nicht gewusst, dass es zwei Arten von Reihenfolgen gibt und somit habe ich wieder etwas dazugelernt *g*. Auch ich habe Die Chroniken von Narnia noch nicht gelesen (sind nur seit Ewigkeiten auf meiner WL), aber ich würde es aber wie Du in chronologischer Folge lesen..und somit hüpft der erste Teil auf der WL gleich mal ganz nach oben *g*.
    Vielen Dank für die tolle Rezension, die Lust auf mehr macht.

    Ich werde hier noch so nen bissl rumstöbern und wünsche Dir einen schönen Tag.
    Liebe Grüße aus Wien
    Conny

  2. Ja, ich bin als Kind nach Narnia gereist, wie es sich gehört 😀 In der Bibliothek standen die Bücher in der Erscheinungsreihenfolge, wenn ich mich richtig entsinne. Dass mit der chronologischen Reihenfolge ist mir dann während des Lesens aufgegangen. Mir hat die Reihe sehr gut gefallen, obwohl oder grad weil sie so christlich geprägt ist. Das ist eigentlich auch total spannend, weil Lewis ursprünglich Atheist war und dann von Tolkien bekehrt wurde, sie sich aber über die Allegorien entfremdeten.

    1. Man lernt immer wieder was Neues dazu 😀 Die Geschichte mit Tolkien und Lewis kannte ich noch gar nicht. Den religösen Aspekt blende ich persönlich eher aus, da das nicht unbedingt mein Ding ist und Narnia für mich einfach nur eine schöne Geschichte ist.

      Liebe Grüße und Danke für deinen Besuch!

  3. Hey,

    ich habe mir damals den gedruckten Sammelband gekauft und es in chronologischer Reihenfolge gelesen. Ich lese es beim ReRead auch immer noch so, allerdings nie das letzte Buch. Wieso weshalb warum erkennst du bestimmt, wenn du beim dem Band angekommen bist.

    Gruß Isbel

    1. Hey,

      gut zu wissen, danke. Ja, über den letzten Teil hab ich schon so einiges gehört, bin gespannt, was da auf mich zukommt. Hab gestern den fünften Band (Voyage of the Dawn Trader) fertig gelesen, jetzt fehlen mir nur noch zwei 🙂

      Liebe Grüße

  4. Entgegen der Vermarktung aufgrund der Filme halte ich Narnia aber im Kern nicht für Kinder-Bücher, weil die Romane so viele tiefgründige, aber auch kontroverse Themen behandeln. Die religiösen Motive und die Diskussionen um die Beziehung von Herrn Tumnus zu Lucy nur als zwei Beispiele genannt.
    Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, da du noch nicht alle Bücher gelesen hast, aber der letzte Band ist zumindest meinem Empfinden nach emotional sehr aufwühlend, vergleichbar mit den „Brüdern Löwenherz“.

    Für mich haben zwar nicht alle „Narnia“-Romane den gleichen Stellenwert und ich finde es auch richtig, dass genau diese drei Filme so gemacht wurden, wie sie gemacht wurden 😉
    Aber trotzdem gehören die „Narnia“-Bücher zum Fantasy-Pflichtprogramm ebenso dazu wie „Der Herr der Ringe“, nicht nur weil beide Autoren aus der gleichen „Schreibgruppe“ kommen.

    Viel Spaß weiterhin beim #litnetzwerken
    Buchige Grüße
    Christina

    1. Das stimmt irgendwo, aber das ist ja bei Philip Pullmans His Dark Materials auch nicht anders. Ich seh es eher so, dass die Geschichten für Kinder und für Erwachsene etwas zu bieten haben. Als Kind weiß man das Abenteuer zu schätzen und als Erwachsener kann man die Hintergründe erkunden.
      Echt jetzt? Herr Tumnus und Lucy? Da wäre ich ja mal nie im Leben darauf gekommen…

      Vielen Dank für deinen Besuch 🙂
      Alles Liebe,
      Smarty

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