Rebecca – du Maurier

Rebecca – du Maurier

Bei manchen Büchern kann man nicht umhin, sich zu fragen, warum man sie nicht schon viel früher entdeckt hat. Und für mich ist Daphne du Mauriers Rebecca ein solches Buch. Wisst ihr, ich studiere seit knapp drei Jahren Englisch und trotzdem hatte ich noch nie zuvor etwas von dieser Autorin gelesen. Schockierend, nicht wahr? Zumindest habe ich dank My Cousin Rachel zumindestens schon von ihr gehört (das Buch möchte ich übrigens als nächstes von ihr lesen). Vielleicht hat mich Rebecca deswegen so vom Hocker gehauen? Ohne hier schon zu viel zu verraten, meine Freundin Constanze lag mit diesem Buch als Geburtstagsgeschenk auf jeden Fall goldrichtig! (Nochmal herzlichen Dank an dieser Stelle, liebe Stanzi! <3 ) Jetzt aber erstmal zum Inhalt:

In einem Hotel an der Côte d’Azur lernt Maxim de Winter eine junge Frau aus einfachen Verhältnissen kennen. Die beiden verlieben sich, und schon nach kurzer Zeit nimmt sie seinen Heiratsantrag an und folgt dem Witwer nach Cornwall auf seinen prachtvollen Landsitz Manderley. Doch das Glück der Frischvermählten währt nicht lange: Der Geist von Maxims toter Ehefrau Rebecca ist allgegenwärtig, und die ihr ergebene Haushälterin macht der neuen Herrin das Leben zur Hölle, sie droht nicht nur die Liebe des Paares zu zerstören. (Klappentext, Insel Verlag)

Für mich klingt der Klappentext nach einer Liebesgeschichte mit Gruselfaktor, weshalb ich gewisse Plottwists sowas von nicht kommen sah. Wie immer versuche ich, niemanden zu spoilern, weshalb ich es bei vagen Aussagen belassen werde. Darum sage ich nur, dass die Autorin die Leser wirklich gekonnt an der Nase herumführt und jede Menge falsche Fährten legt. Genial gemacht und wenn man, wie ich, nichts von der Geschichte weiß, dann klappt einem bei der Enthüllung wirklich die Kinnlade herunter. Und weil ich das unmöglich so stehen lassen kann, muss ich unbedingt hinzufügen, dass Rebecca so viel mehr als nur eine Liebesgeschichte ist und für mich definitiv zu den Klassikern gehört, die man gelesen haben muss.

Und warum genau, verrate ich euch jetzt im Anschluss. Was dieses Buch so unheimlich gut macht, sind die distinktiven Charaktere, die alle etwas einzigartiges und unglaublich faszinierendes zur Geschichte beitragen. Da ist einmal die junge Protagonistin, deren Vornamen man leider nicht erfährt, die trotz ihrer Naivität versucht, das beste aus dieser Ehe zu machen. Dann wäre da der geheimnisvolle Maxim, den man nie so wirklich durchschaut und der mit seinen Stimmungsschwankungen alle auf Trab hält. Dazu kommen der treue Verwalter, die schräge Schwester, die schwer einzuschätzende Haushälterin und natürlich die konstante Präsenz der mysteriösen Rebecca. In anderen Worten, du Maurier demonstriert ein meisterhaftes Spiel mit Charakterisierungen, das zugleich unterhält und fesselt.

Auch das Setting ist der Autorin ganz wunderbar gelungen und man nimmt das Anwesen Manderley beinahe als Person war. Und dieses Anwesen ist der Schauplatz einer extrem spannenden Geschichte, die einen als Leser wirklich bei der Stange hält. Die Spannung wird stetig immer mehr und man fühlt wirklich mit der armen Protagonistin. Für sie hat die Geschichte außerdem mehrere Höhepunkte, oder Tiefpunkte, wie man es nimmt, bereit, welche die Spannung nur immer weiter steigern.

Dazu kommt die zeitlose Sprache, die einen auf dieser einzigartigen Reise begleiten und (in die Irre) führen. Du Maurier vermittelt eine Bandbreite an Gefühlen und Stimmungen äußerst effizient, wobei das Englisch nicht immer das Gebräuchlichste ist, weshalb für unerfahrenere Englischsprecher vielleicht ein Graded Reader oder eine gute Übersetzung die bessere Wahl wären.

Wie ich oben schon angedeutet habe, kann ich Rebecca nur empfehlen, da es wirklich ein besonderes Buch ist, das einen in jeglicher Hinsicht mitreißt. Auch wenn ich sie selbst noch nicht gesehen habe, bin ich ziemlich sicher, dass auch die Verfilmung von Alfred Hitchcock empfehlenswert ist. Sollte sie wer von euch kennen, lasst und doch in den Kommentaren wissen, was ihr von ihr gehalten habt.

 

4 Gedanken zu „Rebecca – du Maurier

  1. Hach, das finde ich gerade sehr amüsant! Ich bin gerade dabei, den Musical-Soundtrack von Rebecca zu hören und dann sehe ich hier deinen Beitrag im Reader!

    Ich besitze drei Bücher von de Maurier, habe aber auch noch keines gelesen. Demnächst ist jedoch auch Rebecca an der Reihe und ich bin schon ganz gespannt. Das Musical gehört schon zu meinen absoluten Lieblingen und daher habe ich große Hoffnungen, was da Buch angeht.

    Liebe Grüße,
    Pia

    1. Huhu,

      auch wenn ich bisher nur ein Buch der Autorin gelesen habe, kann ich sie wirklich empfehlen! Welche drei Bücher von ihr warten denn bei dir im Regal?

      Liebe Grüße,
      Smarty

  2. „Rebecca“ liegt auch bereits auf meinem SuB. Ich bin schon sehr gespannt und dank deiner tollen Rezension freue ich mich jetzt noch mehr drauf es bald zu lesen! Danke dafür 🙂

    Liebe Grüße
    Ricy

    1. Huhu,
      freut mich, dass ich dich zum Lesen anregen konnte und bin gespannt, was du dazu sagst.

      Liebe Grüße,
      Smarty

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