The Secret Garden – Hodgson Burnett

The Secret Garden – Hodgson Burnett

Kennt ihr das? Ihr lest ein Buch und fragt euch, ob ihr unter einem Stein gelebt habt und warum ihr das Buch nicht schon viel früher gelesen habt. Genau so ist es mir bei The Secret Garden von Frances Hodgson Burnett ergangen. Denn zu meiner großen Schande, kannte ich das Buch bis vor knapp einem Monat noch nicht mal. Ich weiß, ich war genauso entsetzt wie ihr. Aber zum Glück hat die liebe M das im Zuge der Must-Read Blogtour geändert (einfach draufklicken und direkt zum Sammelbeitrag gelangen 😉 ). Denn für diese Blogtour hat die liebe M (Tirilu) einen ganz wundervollen Beitrag mit absolut traumhaften Bildern vorbereitet (den müsst ihr euch echt ansehen!) und mir unheimlich Lust auf das Buch gemacht – herzlichen Dank an dieser Stelle, meine Liebe! <3 Diese Rezension widme ich dir und deinem wundervollen Buchgeschmack! 🙂

The Secret Garden ist die Geschichte von Mary Lennox, einem verwöhnten Gör, das sich selbst und auch sonst niemanden wirklich leiden kann. Von den Eltern vernachlässigt wächst sie ohne jegliche Manieren zu einem verzogenen und kränklichen Mädchen heran. Bis sie auf einmal ihre Eltern verliert und zu ihrem Onkel nach Yorkshire ziehen muss. Doch auch hier erfährt sie alles andere als Liebe und Zuneigung. Doch Yorkshire und Misselthwaite Manor verändern Mary und das nicht nur äußerlich. Das alte Haus und die vielen Geheimnisse wecken ihre natürliche Neugier und ihren Lebensgeist. Eine Geschichte des Zimmermädchens Martha berührt Mary besonders: Die des geheimen Gartens. Nach dem Tod seiner Frau hat der Hausherr den Garten abgeschlossen und den Schlüssel vergraben. Diesen geheimen Garten zu finden, wird zu Marys Mission und Passion. Dieser geheime Garten wird sie und ihr Leben für immer verändern.

So sehr Mary einem am Anfang der Geschichte leid tun mag, sie beginnt als ein ziemlich unsympathischer Charakter, das muss man ganz klar sagen. Doch im Laufe der Geschichte verändert sich der Eindruck, den man von dem kleinen Mädchen hat. Ohne zu viel zu verraten, kann man durchaus sagen, dass die Autorin das Charakterisieren unheimlich gut beherrscht und genauso gerne wie erfolgreich damit gespielt hat. Denn dieser subtile Wandel in der Wahrnehmung findet mit mehreren Charakteren und auch in der Geschichte selbst statt. Das beste Beispiel ist das Moor, in dem sich Misselthwaite Manor befindet. Anfangs hasst Mary es von ganzem Herzen, doch je länger sie sich dort aufhält, desto milder ist sie dem Moor gesinnt und am Ende könnte sie sich kaum einen schöneren Ort vorstellen.

Hochinteressant an The Secret Garden ist, dass es keinen Antagonisten gibt. Den braucht die Geschichte aber auch nicht, denn im Zentrum steht weder großes Drama noch himmelschreiende Ungerechtigkeiten, sondern die Charakterentwicklung von Mary und den anderen Bewohnern des Hauses. Die Geschichte braucht auch keinen Antagonisten, um spannend zu sein, denn die kleine Mary schafft es auch ohne Gegenspieler locker, den Leser komplett in ihren Bann zu ziehen. Am Anfang liest man weiter, weil man wissen möchte, wann das freche Gör endlich in die Schranken gewiesen wird, doch schon bald ertappt man sich dabei, einfach nur wissen zu wollen, wo Marys Entwicklung hingeht. Man baut schleichend eine Beziehung zu ihr auf und ehe man sich versieht, hat man sie wirklich lieb gewonnen.

Zur meisterhaften Charakterisierung und der hochinteressanten Konstellation kommt ein extrem angenehmer und flüssiger Schreibstil. Hodgson Burnett braucht kein übertriebenes und hochgestochenes Vokabular, um die richtigen Worte zu finden und ihre Geschichte richtig zu verpacken. Vor allem in den Dialogen macht sie oftmals genau das Gegenteil: Sie wendet sich von der Hochsprache ab und greift den örtlichen Dialekt auf. Auch wenn ich nicht weiß, wie das in der deutschen Übersetzung umgesetzt wurde, muss ich sagen, dass es im englischen Original wirklich amüsant war und für mich genau den richtigen Ton getroffen hat.

Alles in allem ist The Secret Garden für mich ein Buch, das man einfach mal gelesen haben muss. Es ist eine Geschichte von Entwicklung und Hoffnung, von Wachsen und positivem Denken. Es ist eine Geschichte, die rundum verzaubert und einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Es ist eine Geschichte, zum Lesen, Vorlesen und immer wieder Lesen. Egal wie alt man ist, irgendwo findet man sich immer in der Geschichte wieder. Egal wo man gerade im eigenen Leben steht, Mary auf der Suche nach dem geheimen Garten zu begleiten wird einen immer berühren und bewegen.

 

12 Gedanken zu „The Secret Garden – Hodgson Burnett

  1. Guten Morgen, Smarty!
    Ooooooh, vielen Dank! Ich freu mich wahnsinnig, dass dir das Buch so gut gefallen hat. Ich liebe es sehr. 🙂
    In der deutschen Ausgabe aus den Sechzigern, die ich zuhause stehen habe, ist das mit dem Yorkshire-Dialekt ziemlich unter den Tisch gefallen. Es wird zwar mal erwähnt, dass Martha mit einem breiten Akzent spricht, aber wirklich lesen tut man das nicht. Ich habe das Buch für die Blogtour zum ersten Mal auf Englisch gelesen und war sehr überrascht. 🙂 Vielleicht wurde es in späteren Ausgaben berücksichtigt? 🤔
    Auf jeden Fall eine tolle Rezension. Du hast ja gar nicht all zu viel verraten. 😉
    Frohe Ostern, Liebes! 🌼🐰🌼
    LG, m

    1. Ich liebe es auch <3
      Das ist aber schade o: haha, glaub ich sofort, weil es im englischen ja doch eine wichtige Rolle spielt. Kann mit gut vorstellen, dass dich das dann ziemlich überrascht hat. Hoffentlich würde es berücksichtigt 😱
      Vielen Dank, für die Blumenb🌼🌼🌼

      Alles Liebe ❤️

  2. Hey!

    Eine sehr schöne Rezension, gefällt mir wirklich gut.
    Ich habe das Buch auch gerade gelesen und erst letzte Woche beendet. Ich werde vermutlich noch das Hörspiel und vielleicht noch den Film schauen, bevor ich meine Leseeindrücke niederschreibe.

    Wünsche dir schöne Ostern!
    Herzliche Grüße,
    Sabrina

  3. Liebe Smarty,
    danke für diese wunderbare Rezension! 🙂 Ich weiß noch, als Kind habe ich eine Verfilmung vom geheimen Garten gesehen, die mich nachhaltig sehr beeindruckt und berührt hat. Noch heute habe ich die Bilder dazu im Kopf, wenn ich nur den Titel dieser schönen Geschichte höre. Aber als Buch steht es auch noch auf meiner TBR-Liste.
    Liebste Grüße,
    Ida <3

    1. Ich danke dir für deinen Besuch 🙂
      Uh, na dann sollte es schnellstmöglich seinen Weg zu dir finden! Es ist nämlich wirklich gut! 🙂 aber in englisch, wenn das möglich ist xD ich glaub nämlich, dass die Dialekte im deutschen nicht so charmant rüberkommen 😀

      Alles Liebe <3

      1. Wenn ich es mir demnächst zulege, dann auf jeden Fall auf Englisch – das mit den Dialekten habe ich jetzt nämlich schon ein paar Mal gehört, und das möchte ich mir ungern vermiesen 😀 Also danke für den Tipp! <3

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