Marie – Uhly

Marie – Uhly

Manche Bücher faszinieren einen einfach vom ersten Moment an. Und Steven Uhlys Marie ist für mich eines dieser Bücher, denn schon als ich Gabrielas Rezension zu diesem Buch gelesen habe (die findet ihr übrigens hier, falls ihr liebe Grüße hinterlassen wollt 😉 ), war mir klar, dass ich dieses Buch auch unbedingt lesen musste. Einfach weil es so anders, so besonders klang. Und als sich mir dann die Gelegenheit bot, das Buch über das Bloggerportal zu bestellen, habe ich das sofort getan und absolut nicht bereut, so viel sei schon mal verraten.

Frido, Mira und Chiara Kelber haben es mit ihrer alleinerziehenden Mutter nicht immer einfach. Und als Frido Chiara dann auch noch eine aufwühlende Gutenachtgeschichte erzählt, wird die Situation nicht einfacher. Denn Chiara kann diese Geschichte irgendwie nicht los lassen. Irgendetwas an der Geschichte vom gestohlenen Baby Marie berührt sie und zwar so sehr, dass es das sensible Gleichgewicht der kleinen Familie komplett auf den Kopf stellt. Mittendrin in dieser schwierigen Situation ist ihre Mutter, Veronika Kelber, die mit ihrem Dasein als alleinerziehende Mutter und ihren Gefühlen hadert.

Marie ist ein unglaublich emotionales Buch, das einen wirklich berührt und dann nicht mehr loslässt, denn die Kelbers gehen einem unter die Haut. Sie sind keine perfekte Familie, aber dennoch eine Familie, die alles gibt, um zusammen sein zu können. Auf ihre eigene Art und Weise. Dazu sei gesagt, dass man keinesfalls zimperlich sein sollte, denn ab und an geht es schon ziemlich wild zu. Vor allem die Darstellung von Veronika Kelber habe ich als schockierend empfunden – schockierend, aber nicht unbedingt unrealistisch. Veronika Kelber mag nicht die perfekte Mutter sein, aber sie ist auch nicht die böse Stiefmutter. Sie entspricht keinem der beiden Stereotypen und ist dabei einfach nur menschlich. Denn auch wenn ihre Haltung gegenüber ihren Kindern absolut nicht mit dem Bild vereinbar ist, das die meisten von einer Mutter haben, stellt der Autor ihren inneren Kampf extrem glaubhaft dar. Denn Veronika kämpft nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit den Erwartungen, welche die Gesellschaft an eine gute Mutter hat.

Die Charaktere sind genau das, was dieses Buch so unfassbar emotional und rührend machen, denn wenn es um Charakterisierung geht, trifft Steven Uhly stets den richtigen Ton. Egal wie unterschiedlich die verschiedenen Charaktere auch sein mögen, die Dynamik zwischen ihnen funktioniert erstaunlich gut, wobei es nicht unbedingt eine positive Dynamik ist. Jeder der Hauptcharaktere ist einzigartig und bringt ganz besondere Elemente in die Geschichte in, ob das nun Chiaras Optimismus, Fridos Pragmatismus oder Miras Temperament ist, jeder trägt auf seine Weise etwas bei.

Einen Spannungsbogen per se findet man in Marie nicht, aber auch nur, weil eine gewisse Spannung während der gesamten Geschichte besteht. Trotz dieser allgegenwärtigen Spannung gibt es einen klaren Höhepunkt, den man hier klar als „Make-or-break“ Moment interpretieren kann. Am Ende erzählt Steven Uhly hier keine glückliche Geschichte mit Happy End und rosa Schleife, sondern eine tragische Geschichte, wie sie das Leben oftmals schreibt.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass es sich bei Marie zwar um die Fortsetzung von Glückskind handelt, man aber das erste Buch nicht unbedingt gelesen haben muss, um das zweite zu lieben. Man versteht zwar im ersten Moment sicher mehr, wenn man das vorherige Werk kennt, aber auch ohne dieses Vorwissen kann man Marie ohne Probleme lesen. Wer sich also an diese einzigartige Familiengeschichte heranwagen und sich von ihr berühren lassen möchte, den kann ich nur von ganzem Herzen dazu ermutigen.

Marie von Steven Uhly

Wen diese fesselnde Familiengeschichte reizt, der kann sich auf der  Verlagsseite näher umsehen.*

Ich möchte mich beim btb Verlag, bei dem das Buch am 12.02.2018 erschienen ist, und dem Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House herzlich für das schöne Rezensionsexemplar bedanken.

 

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2 Gedanken zu „Marie – Uhly

  1. Huhu liebste Smarty!
    Oh mein Gott, ich freu mich ja so sehr, dass dir dieses Goldschatz-Buch so gefallen hat! Es ist wirklich so ein Highlight, das man selten findet. 😍 lieben Dank auch fürd Verlinken 🙂

    Hab nen wunderbaren Sonntag! ❤

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