13 Stufen

13 Stufen

Zum heutigen Buch muss ich fast eine kleine Vorgeschichte erzählen, da es definitiv kein Buch ist, an das ich mich alleine herangetraut hätte. Ich bin 13 Stufen zum ersten Mal auf KeJas-Blogbuch begegnet, als ich Kerstins Rezension dazu gelesen habe (die findet ihr übrigens hier) und irgendwie hat mich die Geschichte fasziniert. Ich hatte zuvor noch nichts mit einer solche Prämisse gelesen und das Buch direkt auf meinen Thalia Merkzettel gesetzt. Ich war zwar neugierig, aber nicht neugierig genug, um es sofort zu kaufen. Und hier kommt das Bloggerportal ins Spiel. Als ich letztens mal durch alle Titel gescrollt habe, fand ich auf einmal diesen Titel. Auch wenn das Buch von Kazuaki Takano bereits am 13. November 2017 beim Penguin Verlag erschienen war, beschloss ich, mein Glück zu versuchen und hab es als eBook angefordert. Und siehe da, ich hatte tatsächlich Glück. 🙂

Und darum gehts: Jun’ichi hat gerade seine Haftstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge abgesessen, als ihm sein ehemaliger Gefängnisaufseher Nangō ein lukratives Jobangebote macht: Es gilt die Unschuld eines Häftlings aus dem Todestrakt zu beweisen und ihn somit vor der Todesstrafe zu bewahren. Der Häftling soll einen brutalen Raubmord verübt haben, weshalb das Ermittlerduo von vielen Seiten keine Hilfe bekommt. Davon lassen sie sich jedoch nicht abhalten und verfolgen bald mehrere Spuren. Dabei muss Nangō mit seiner Vergangenheit kämpfen und auch die von Jun’ichi wird sie nicht kalt lassen.

13 Stufen ist ein extrem geschickt inszenierter Krimi, der sehr stark auf die unterschiedlichen Charaktere aufbaut, was zu einer unheimlich dynamischen Geschichte führt. Schon im Prolog lernt man besagten Häftling aus dem Todestrakt kennen, dessen eine, wiederkehrende Erinnerung die ganze Geschichte ins Rollen bringt. Im Laufe der Geschichte lernt man auch die beiden möglichen Bedeutungen des Titels kennen, was ich persönlich äußerst geschickt gemacht finde. In anderen Worten, der Titel passt wie die Faust aufs Auge ohne dabei zu viel von der Geschichte zu verraten.

Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus den Perspektiven von Nangō und Jun’ichi, weshalb man als Leser auch immer einen guten Einblick in die Gefühlswelten der beiden Ermittler hat. Zu beiden baut man schnell eine Beziehung auf, auch wenn man Jun’ichi anfangs nicht immer gänzlich versteht – kennt man am Ende jedoch seine vollständige Geschichte, versteht man alles. Was ich besonders bemerkenswert fand, Nangō gibt dem vorbestraften Jun’ichi eine Chance und vertraut ihm auch in brenzligen Situationen. Eine Haltung, mit der die wenigsten einem Vorbestraften begegnen würden. Eine Haltung, von der man eindeutig etwas lernen kann.

Die Geschichte ist wunderbar flüssig und vergisst im turbulenten Finale auch nicht auf kleine Details, die im Laufe der Geschichte ans Licht kamen. Und auch am Ende wird der aufmerksame Leser einen sehr wichtigen Hinweis entdecken, wenn er auch die Todesstrafe irgendwie rechtfertigt. Die Gültigkeit und die Verlässlichkeit der Todesstrafe sind unterliegende Themen, die während der ganzen Geschichte immer wieder aufgegriffen und diskutiert werden. Auch wenn ich nicht genau weiß, ob das japanische System heute noch wie in diesem Buch beschrieben funktioniert, ist es auf jeden Fall ein interessanter Einblick in solch ein System.

Alles in allem ist 13 Stufen ein mehr als nur solider Krimi mit einer hochinteressanten Prämisse, der richtigen Menge an Spannung und einem schönen plot twist am Ende. Aber es ist nicht nur für Krimifans eine Empfehlung wert, sondern aufgrund der generell unblutigen Natur der Geschichte für Leser jeglicher Art geeignet.

13 Stufen von Kazuaki Takano

Den einzigartigen Krimi könnt ihr jederzeit auf der Verlagsseite  oder bei Thalia kaufen.

Ich möchte mich beim Penguin Verlag und dem Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House herzlich für das geniale Rezensionsexemplar bedanken.

0 Gedanken zu „13 Stufen

  1. Hey, was für eine schöne Rezension. Wenn ich es nicht gehört hätte, dann wäre es jetzt eingezogen. Die ganze Geschichte hat so ein wahnsinniges Flair und lässt einen viel nachdenken. Richtig zum abtauchen. Lieben Dank auch für die Erwähnung :-*

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