Die Spuren meiner Mutter

Die Spuren meiner Mutter

Es gibt Bücher, die liest man und glaubt, sie gänzlich durchschaut zu haben, doch dann kommt ein Plottwist, der einen das Buch mit komplett anderen Augen sehen lässt. Genauso ist es mir bei der Lektüre von Jodi Picoults Die Spuren meiner Mutter gegangen, dann DAS habe ich definitiv nicht kommen sehen. Der Roman ist am 29.8.2016 beim C. Bertelsmann Verlag erschienen und erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens auf der Suche nach ihrer Mutter.

Jenna ist dreizehn und sucht ihre Mutter Alice, die vor zehn Jahren verschwunden ist. Die Polizei scheint dabei wenig bis gar keinen Aufwand betrieben zu haben, um ihre Mutter zu finden, weshalb Jenna die Dinge selbst in die Hand nimmt. Sie sucht das Medium Serenity auf und bittet diese um Hilfe. Da Serenity ihre Gabe jedoch verloren hat, weigert sie sich anfangs Jenna zu helfen. Verzweifelt stattet Jenna nun dem Privatdetektiv Virgil einen Besuch ab und bittet auch ihn um Hilfe. Irgendwie gelingt es Jenna, beide dazu zu bewegen, ihr bei der Suche zu helfen und gemeinsam Rollen sie den Fall wieder auf.

Basierend auf dieser Inhaltsangabe geht man mit bestimmten Erwartungen an das Buch heran, die nicht unbedingt enttäuscht werden. Es ist eine Detektivgeschichte, wenn auch eine komplett andere. Erzählt wird abwechselnd aus Jennas Perspektive, aus der ihre Mutter Alice, sowie der von Serenity und Virgil. Dadurch ist die Geschichte äußerst abwechslungsreich und die verschiedenen Perspektiven verleihen ihr eine gewisse Dynamik. Wobei die Perspektive von Alice anfangs etwas verwirrend ist, da sie nicht in der Gegenwart, sondern in der Vergangenheit angesiedelt ist. Alice erzählt anfangs von ihrem Job als Elefantenforscherin, was irgendwie so gar nichts mit der Geschichte zu tun haben scheint. Als dann jedoch Jennas Vater vorkommt wird klar, dass es sich um Alices Lebensgeschichte handelt, die langsam aber sicher die Gegenwart einholt.

Aufgrund dieser Passagen aus Alices Perspektive, die so gar nicht mit der eigentlichen Geschichte zusammen hingen, fiel es mir anfangs recht schwer, mich in die Geschichte einzulesen. Auch wenn all die Fakten über die Kognition von Elefanten interessant waren, so erschienen sie einfach irrelevant und störend, da sie für mich den Erzählfluss stoppten. Ja, die Elefanten spielen eine Rolle und man kann diese Passagen im Nachhinein anders deuten, doch mir persönlich waren sie einfach zu zäh.

Dazu kam, dass ich anfangs Probleme hatte, mich mit Jenna zu identifizieren, denn sie ist einfach anders. Sie ist komisch. Vielleicht kommt diese mangelnde Identifikation auch von meinem persönlichen Hintergrund, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall habe ich einige Zeit und viele Seiten gebraucht, um mich in die Geschichte einzulesen. Sobald die Geschichte um Alice herum relevanter wurde und ich mit dem Charakteren vertraut war, ging es dann recht schnell.

Die Charaktere an sich sind wirklich interessant und mal ganz was anderes. Mir kommt vor, dass die Autorin gewisse Klichees genommen und etwas ganz eigenens aus ihnen gemacht hat. Jenna ist nicht der typische Teenager, Serenity ist nicht das klassische Medium, dass ihren Kunden nur das Geld aus den Taschen zieht und auch Virgil ist nicht was er zu sein scheint. Auch die Charaktere in Alices Geschichte sind unheimlich vielseitig und haben mehr als nur eine Überraschung parat.

Und dann ist da der Plottwist am Ende. Ich bin nach wie vor sprachlos, weil ich damit einfach niemals gerechnet hätte. Genau dieser Plottwist, den ich an dieser Stelle auf keinen Fall verraten möchte und ich bitte auch euch, es in den Kommentaren nicht zu verraten, macht einen re-read auf jeden Fall hochinteressant.

Insgesamt lag mir die zweite Hälfte des Buches mehr als die erste, wobei man sich vermutlich einfach mehr darauf einlassen muss. Mich hat meine Erwartungshaltung etwas daran gehindert, aber am Ende habe ich das Lesen dennoch genossen. Ich kann das Buch empfehlen und würde auch selbst sofort wieder etwas von der Autorin lesen, da ich absolut faszinierend finde, was sie aus einer Detektivgeschichte gemacht hat.

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Wer diese wundervolle Autorin noch nicht kennt, der kann sich ihre Bücher entweder auf der Verlagsseite oder auf Amazon mal näher ansehen.

Ich möchte mich beim C.Bertelsmann Verlag und dem Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House herzlich für dieses Rezensionsexemplar bedanken.

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