Oh Jane…

Oh Jane…

Es geht nichts über einen guten Klassiker und schon gar nicht, wenn er sich gut liest und noch dazu auf der universitären Leseliste steht. Einer dieser Klassiker ist Jane Eyre von Charlotte Brontë. Geschrieben und veröffentlicht wurde der Bildungsroman etwa zur Hälfte des 19. Jahrhunderts und kam zu der Zeit gar nicht mal so gut bei den Kritikern und Lesern an. Glücklicherweise hat diese Meinung nicht überlebt und heute ist Jane Eyre aus dem klassischen Kanon nicht mehr wegzudenken.

Wie die Bezeichnung Bildungsroman schon verrät, dreht sich der Roman um eine Entwicklung, und zwar um jene der Protagonistin Jane Eyre. Zu Beginn der Geschichte ist sie noch ein kleines Mädchen, ungeliebt von ihren Verwandten und verstoßen in ein strenges Internat. Lowood Institution ist dieses Internat und auch wenn die Umstände keine leichten sind, so macht Jane das Beste aus ihrer Situation und verlässt das Internat als junge Dame. Nach Lowood führt ihre Reise sie nach Thornfield Hall als Erzieherin und in eben jenem Haus wird sich Janes Leben für immer verändern.

Zum Inhalt könnte man noch so viel mehr sagen, aber auch wenn es ein Klassiker sein mag, möchte ich keinesfalls zu viel verraten, falls jemand den Roman noch nicht kennt. Wie es für einen Bildungsroman typisch ist, ist die Charakterentwicklung entscheidend für die Geschichte und auch mehr als ansehnlich. Wobei Jane bei weitem nicht der einzige Charakter ist, der sich im Laufe der Geschichte verändert. Da Jane jedoch im Zentrum der Erzählung steht, fällt ihre Entwicklung selbstverständlich am deutlichsten ins Auge.

Insgesamt gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren, mache flacher als andere, die alle einen Teil zur Geschichte und zu Janes Entwicklung beitragen. Gleich zu Beginn baut man eine unheimlich enge Beziehung zu Jane auf, da man das Gefühl hat, dass das kleine Mädchen sonst niemanden hat. Sprich vor allem anfangs überwiegen die negativ behafteten Charaktere, wobei so mancher Charakter auch positiv heraussticht. Interessant ist hierbei, wie sich Janes Einstellung zu diesen Menschen im Verlauf der Geschichte verändert.

Auf einer sprachlichen Ebene ist wirklich beeindruckend, wie meisterhaft Brontë die Sprache einsetzt und wie effektiv sie damit diese Geschichte erzählt. Der Stil ist äußerst flüssig, wenn auch für den modernen Leser vielleicht anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Sie spielt zudem sehr gekonnt mit der Erzählgeschwindigkeit, da sie manches Mal sehr detailreich arbeitet und sich andere Male die Ereignisse förmlich überschlagen. Das macht das Lesen interessant, an mancher Stelle aber vielleicht auch zäh.

Hach, und das Ende, das hat mich beim Lesen wirklich am meisten begeistert. Vergesst die halbgaren Enden aus diversen Verfilmungen, das Ende im Buch gefällt mir tausendmal besser! Denn vielleicht, aber nur vielleicht, war es das alles wert.

Wer weiß was ich meine, darf mir gerne in den Kommentaren dazu verraten, wie er/sie zum Ende steht. 🙂

Solltet ihr diesen zeitlosen Klassiker noch nicht kennen, kann ich ihn nur wärmstens empfehlen. Und wer ganz faul ist, kann sich ja auch eine der modernen Verfilmungen gönnen – und so gern ich Michael Fassbender mag, ich brauche wohl nicht dazu sagen, dass ich die BBC-Version deutlich bevorzuge. 😉  (Wie bei vielen anderen Klassikern auch 😀 )

 

0 Gedanken zu „Oh Jane…

  1. Hallöchen,
    das Buch schwirrt tatsächlich noch auf meinem Kindle herum und du hast mir gerade tierisch Lust aufs Lesen gemacht 🙂 Mal sehen, ob ich es nächste Woche mal angehen kann, wenn die Rezi-Exemplare durch sind. Toller Beitrag!

    LG Andraya

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