A Feast for Crows

A Feast for Crows

Es ist an der Zeit, nun auch den vierten Teil dieser grandiosen Fantasysaga zu rezensieren. Wieder einmal gilt es, ein möglichst umfassendes Bild zu vermitteln, ohne irgendwelche wichtigen Plotpunkte zu verraten. Allgemein nicht die leichteste Aufgabe und schon gar nicht, wenn es um A Song of Ice and Fire, beziehungsweise Game of Thrones, geht.

Man muss im Vorhinein sagen, dass der vierte Teil sehr stark auf Westeros fokussiert ist und Handlungen auf den anderen Kontinenten erst im fünften Teil erzählt werden. In anderen Worten, eigentlich spielen der vierte Teil (A Feast for Crows) und der fünfte Teil (A Dance with Dragons) zeitgleich, da dies jedoch den Umfang eines Buches bei weitem gesprengt hätte, hat George R. R. Martin die Geschichten geographisch getrennt. Auf Charaktere wie Daenerys, Jon und Tyrion muss man also im vierten Teil verzichten, dafür jedoch bekommt man mehr von Cersei und Jamie als einem vielleicht lieb ist und Einblicke in Charaktere aus und in Dorne, den Iron Islands und Braavos.

Wie schon bei den Vorgängern setzt auch hier die Geschichte direkt nach den Handlungen von A Storm of Swords ein und sie nimmt ihren gewohnt dramatischen Lauf. Cersei versucht mit allen Mitteln, die Macht Tommens, und somit ihrer eigenen, zu manifestieren und geht dabei, wie üblich, über Leichen. Ihr geliebter Zwilling Jamie geht jedoch einen gänzlich anderen Weg, entwickelt sich in eine neue Richtung und hat sogar einige sympathische Momente. Eine Entwicklung, die ich persönlich anfangs absolut nicht für möglich gehalten hätte. Wer hätte gedacht, dass einem mehr als nur ein Lannister sympathisch sein kann 😉

Einer der Hauptgründe für Jamies neugewonnene Sympathie ist dabei Lady Brienne und sein Verhalten ihr gegenüber. Lady Brienne hält an ihrem Versprechen fest und macht sich mit einem neuen Schwert und einem altbekannten Begleiter auf die Suche. Jamie selbst verweilt auch nicht in King’s Landing und seine Reise führt ihn nach Riverrun.

Währenddessen kommt es auf den Inseln von Bravoos zu einer Begegnung, die als Leser extrem frustrierend ist, da beide Parteien nicht wissen, mit wem sie es zu tun haben. Wäre dies der Fall, hätte es den Verlauf der Geschichte sicherlich massiv beeinträchtigt. Falls ihr wisst, welche Begegnung ich meine, lasst mich wissen, wie ihr dazu steht und was eurer Meinung nach hätte passieren können. Abgesehen davon sind die Entwicklungen auf Bravoos hochinteressant und da viele neue Kapitel aufgeschlagen werden, kann man kaum erwarten, wie diese Geschichten im fünften Teil weitergehen.

Auf anderen Inseln, nämlich auf den Iron Islands, wird ein neuer Anführer gewählt, der für sein Volk eine komplett neue Rolle im Kopf hat und diese auch umsetzt. Diese neue Rolle ist in gewisser Weise auch eine alte und bringt noch mehr Tod und Verderben nach Westeros. Dazu kommt, dass King’s Landing, i.e. Cersei, diese neue Rolle nicht ernst genug nimmt, oder besser gesagt strategisch ignoriert, was mit Sicherheit weitreichende Folgen haben wird.

Eine neue Rolle hat auch die Prinzessin von Dorne im Kopf, genau genommen eine neue Rolle für Myrcella. Ihre Ambitionen sind zwar lobenswert und durchdacht, jedoch leider auch folgenschwer. In diesem Zusammenhang liefert Game of Thrones auch ein weiteres Bisschen psychische Folter vom Feinsten, wonach sogar die Sky Cells im Vale beinahe verlockend wirken.

Wie es für Game of Thrones üblich ist, finden auch im vierten Teil einige Charaktere ein tragisches Ende. Wobei ich zugeben muss, dass die schockierenden Tode im dritten Teil (zum Glück) nicht übertroffen wurden. Emotional berühren einen die Tode dieser Reihe jedoch trotzdem auf eine gewisse Weise, da es den ein oder anderen stillen, jedoch enorm wichtigen, im Hintergrund trifft.

Zu Aufbau, Stil und Wortschatz lässt sich nicht viel sagen, da auch dieser Teil sich in Gegenwart seiner Vorgänger absolut nicht verstecken muss. Die Cliffhanger am Ende der Kapitel, der ungemein spannende und fesselnde Stil gepaart mit dem für Martin üblichen umfangreichen Wortschatz, all das und noch so viel mehr, erwartet einen in A Feast for Crows. Und wie auch für alle anderen Teile, kann ich nur eine absolute Leseempfehlung ausprechen. Wobei ich einen Quereinstieg nicht empfehlen kann – lieber richtig und mit A Game of Thrones anfangen 😉

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