Die Frauen von Salem

Die Frauen von Salem

Für einen guten Krimi bin ich immer zu haben und Die Frauen von Salem von Brunonia Barry hat mich dahingehend absolut nicht enttäuscht. Das Buch ist im Juni 2017 beim btb Verlag erschienen und wie der Titel schon verrät, gibt es einen kleinen Twist, wie man im Englischen so schön sagen würde. Wobei ich gleich noch nachsetzen möchte, dass es kein klassischer Krimi ist, obwohl ein Verbrechen im Mittelpunkt der Geschichte steht und ein Polizeichef tatkräftig ermitelt.

Denn auch wenn die Perspektive von John Rafferty eine prominente ist, so ist sie bei weitem nicht die einzige. Bevor ich jedoch weiter darauf eingehe, ein paar Worte zur Geschichte. Diese beginnt in Salem mit dem ungeklärten Mord an drei jungen Frauen und der einzigen Überlebenden und setzt genau 25 Jahre später mit einem weiteren rätselhaften Tod wieder ein. Die einzige Verbindung zwischen den zwei Fällen: Rose Whelan, die Verdächtige. Die ehemals angesehene Historikerin, hat das Trauma nach den Morden der drei Frauen nie überwunden und ist inzwischen obdachlos. Und genau diese Verbindung bringt den Stein ins Rollen, da sie zur Wiederaufnahme der Ermittlungen führt und auch ein lang verschollenes Gesicht zurück nach Salem bringt.

Damit ist der einfachere Teil abgehakt und ich stehe vor einer schwierigen Frage: Wo fange ich an? Vielleicht am besten dort, wo ich aufgehört habe, nämlich bei den verschiedenen Perspektiven. Diese machen die Geschichte äußerst dynamisch und auch sehr interessant, da jede Figur einen anderen Wissenstand hat und auch deren Emotionen eine Rolle spielen. Dynamisch vor allem in dem Sinne, dass die unterschiedlichen Perspektiven nicht, wie etwa bei G.R.R. Martin, an die Kapitel gebunden sind, sondern unabhängig davon wechseln und so die Geschichte vorantreiben.

Die Geschichte selbst beinhaltet jede Menge Spannung und unerwartete Wendungen, die das Lesen wirklich zu einem Vergnügen machen. Netterweise sind die Beschreibungen auch nicht zu blutig und überlassen genug der Phantasie des Lesers. Und wie es sich gehört, sieht man das Ende auch absolut nicht kommen, die Autorin einen geschickt auf eine oder sogar mehrere falsche Fährten schickt. So war ich mir etwa an einigen Stellen sicher, das Ende erraten zu können, aber lasst es mich so sagen: Boy, was I wrong!

Die Charaktere sind überwiegend sympathisch und auch die Chemie zwischen ihnen stimmt. Dazu kommt das Zusammenspiel der verschiedenen Handlungsstränge und ein gewisser Hang zum Mystischen. Diese Mystik muss man zweifelsohne mögen und ein grundsätzliches Verständnis der Hexenprozesse von 1692 schadet sicher auch nicht, da diese das Fundament der Geschichte bilden. Wobei man wirklich nur wissen muss, dass unter den Puritanern von Salem in 1692 eine Hexenhysterie ausgebrochen ist und diese am Ende zur Hinrichtung von 20 Menschen geführt hat. (Hierzu kann ich von Arthur Millers Drama The Crucible / Hexenjagd nur empfehlen)

Im Endeffekt kann ich Die Frauen von Salem nur empfehlen, da es eine wirklich tolle Geschichte ist, die sowohl Grusel und Schauer als auch Herzschmerz und Tragik anbietet. Vor allem in der Zeit vor Halloween, aber auch im düsteren Monat danach, ist eine Geschichte wie diese goldrichtig.

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Wer ein Faible für Kriminalgeschichten mit einer Ladung Mystery hat, dem wird Die Frauen von Salem auf jeden Fall zusagen und kann das Buch auf der Verlagsseite oder auf Amazon bestellen.

Ich möchte mich beim btb Verlag und dem Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House herzlich für dieses Rezensionsexemplar bedanken.

0 Gedanken zu „Die Frauen von Salem

    1. Hallo 🙂
      Das ist auf jeden Fall eine gute Entscheidung! Ja, Geschmäcker sind verschieden und es schadet nie, sich selbst einen Eindruck zu machen 🙂

      Viel Spaß und Alles Liebe!

      PS: Ab morgen startet bei mir ein Gewinnspiel, falls du Interesse hast 😉

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