The Goldfinch – Tartt

The Goldfinch – Tartt

Ein Buch wie ich zuvor noch keines gelesen habe. Es ist nicht unbedingt mein Genre, davon abgesehen, dass ich mir schwer tue, es überhaupt einem Genre zuzuordnen. Aber es hat ganz eindeutig was, wie ich zugeben muss und was auch durch die vielen Auszeichnungen und Preise klar belegt ist. In diesem Buch erzählt Theodore Decker seine Geschichte, die mit Kunst und einer Tragödie beginnt. Im Vorhinein muss ich erwähnen, dass dies eines der wenigen Bücher ist, in denen ich kaum einen der Charaktere ausstehen kann, denn vor allem der Protagonist ist mir im Laufe der Geschichte immer unsympathischer geworden.

Trotz dessen habe ich das Lesen genossen – irgendwie. Vor allem im Nachhinein fasziniert es mich, wie sehr die Autorin mich mit ihrer Geschichte fesseln konnte. Im Englischen würde ich es als „down the rabbit hole“ beschreiben, was den Nagel auf den Kopf trifft. Sowas von nicht meine Welt, aber dennoch unheimlich spannend und man will in gewisser Weise mehr. Und man hofft irgendwo auch, dass der Protagonist irgendwann anfängt, bessere Entscheidungen zu treffen. Was er, spoiler alert, nicht tut.

Man wird, genau wie der Protagonist, einfach in die Geschichte mit reingezogen und kann teilweise nichts anderes tun, als fassungslos weiterzulesen und mitzufiebern. Das Gemeine daran ist, dass wichtige Storyelemente zwar schon am Anfang angedeutet werden, man jedoch dann Seiten, Kapitel, sogar Jahre warten darf, bis diese Andeutungen aufgeklärt werden. Dazu passt auch sehr gut, dass die Geschichte im Prinzip in ultimas res, also mehr oder weniger am Ende, beginnt. Denn dadurch hat man eine ungefähre Ahnung, wo der Protagonist gerade ist und möchte unbedingt erfahren, wie es so weit kommen konnte.

Wie oben bereits erwähnt, konnte ich den Protagonisten und einige andere Hauptcharaktere überhaupt nicht ausstehen, was verschiedene Gründe hat. Die Eigenschaft des Protagonisten, einfach immer die schlechtesten Entscheidungen zu treffen, die Überheblichkeit eines anderen Charakters, die grundsätzliche Unausstehlichkeit eines anderen, die Liste ist ziemlich lange. Doch es gibt auch Charaktere, die positiv herausstechen und mit der Grund sind, warum mir der Protagonist noch unsympathischer geworden ist. Sicher, der erste Schwung ins Negative war nicht zwingend seine Schuld, jedoch hat er sein Leben nicht zum Positiven gewandelt, als er dem schlechten Einfluss entronnen ist und genau das werfe ich ihm vor. Er hatte die Chance den richtigen Weg zu wählen und hat sie schlicht nicht genutzt.

Dass diese Rezension äußerst vage ist, ist mir vollkommen klar. Ich wollte schlicht nicht zu viel verraten, da die Geschichte viele Überraschungen bereithält. Solltet ihr das Buch bereits gelesen haben, könnt ihr mir gerne in den Kommentaren verraten, wie ihr zu dem Ganzen steht und wie euch das Buch gefallen hat.

0 Gedanken zu „The Goldfinch – Tartt

  1. Damit mir ein Buch gefällt finde ich es oft wichtig, dass die Charaktere mir sympathisch sind. Vor allem die Hauptfigur muss ich mögen oder zumindest ihre Handlungen nachvollziehen können, sonst bin ich schnell genervt. Wenn das nicht der Fall ist und ein Buch trotzdem fesseln kann, dann finde ich das schon ein bisschen beeindruckend.

    1. Ja, ich dachte ursprünglich auch, dass Sympathie zum Protagonisten wichtig ist, aber Tartt schafft es auch mit einem unsympathischen Protagonisten eine extrem beeindruckende und spannende Geschichte zu erzählen.

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