The Handmaid’s Tale

The Handmaid’s Tale

Seit geraumer Zeit gönne ich mir ein Abo bei Audible.de (wer mal nur reinschnuppern möchte, es gibt ein kostenloses Hörbuch im Probeabo) und letzten Monat habe ich mir Margaret Atwoods „The Handmaid’s Tale“ in der Special Edition, gesprochen von Claire Danes, rausgesucht. (Denn für mich ist vor allem die riesige Auswahl an englischen Hörbüchern ein riesen Plus, wobei es mindestens genauso viele deutsche Hörbücher gibt).

The Handmaid’s Tale ist eine Dystopie die in der Republik von Gilead (ehemals USA, nehme ich an) spielt. Das Hauptproblem dieser Gesellschaft ist die Unfruchtbarkeit der Frauen der Oberschicht (potentiell auch die der Männer, wobei eine solche Aussage als Hochverrat angesehen wird). Diese neue Gesellschaft folgt auf einige verherende Umweltkatastrophen und auf ein Zeitalter von Vergewaltigungen und Abtreibungen. Die Lösung: Fruchtbare Frauen werden zu Handmägden und einer Familie der Oberschicht zugeteilt. Was das genau bedeutet?

Nun, grundsätzlich hat eine Handmagd keine Rechte, wird einmal im Monat vom Herren des Hauses im Beisein der Dame vergewaltigt und ist nicht mehr als eine Zuchtstute, die nach einer gewissen Zeit oder wenn es ihr gelungen ist, ein Kind zu gebähren, zur nächsten Familie geschickt wird. Dazu kommt noch der ominöse Mantel einer absurden Religion, jede Menge Spitzel und öffentliche Exekutionen.

Wer sich wehrt wird entweder umgebracht oder sterilisiert und in eine der Kolonien abgeschoben. Jeglicher Körperkontakt (und auch jede andere Form von Kontakt) mit Handmägden ist absolut verboten und außer dem täglichen Spaziergang um die Lebensmittelmarken einzutauschen (und der monatlichen Zeremonie) dürfen Handmägde nichts machen. Nicht lesen, nicht stricken, nicht kochen, NICHTS. Nur warten. Endlos warten, fürchten und hoffen. Ach ja, und Namen haben sie offiziell auch keinen mehr. Sie heißen Of+Vorname des Kommandeurs.

In the Handmaid’s Tale erzählt Offred ihre Geschichte. Einerseits berichtet sie von den Zeiten vor Gilead und ihrem Leben bevor sie eine Handmagd wurde, und andererseits erzählt sie von ihrem Leben als Handmagd. Was genau sie erzählt, möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten. Nur so viel sei gesagt: Man kann nur hoffen, dass es eine solche Gesellschaft niemals geben wird und das ganze Fiktion bleibt.

Die Geschichte an sich ist absolut genial, unheimlich und extrem mitreißend. Der Kontrast zwischen dem was war und dem was ist, unterstreicht die Tragik der Lage und macht die Geschichte noch herzzerreißender. Nur das Ende ist mir persönlich ein Dorn im Auge, aber auch nur, weil ich mehr erfahren wollte. Wer mit der Geschichte bereits vertraut ist, kann ja mal seine Meinung dazu in den Kommentaren kundtun. Aber bitte ohne etwas zu verraten!

Abschließend muss ich noch anmerken, dass Claire Danes als Sprecherin umwerfend ist und sie ihre Stimme wirklich meisterhaft einsetzt. Es war wirklich ein Genuss, sich diese einzigartige Geschichte von ihr erzählen zu lassen.

0 Gedanken zu „The Handmaid’s Tale

  1. Huhu!

    Definitiv eines meiner LIeblingsbücher, so verstörend es auch ist. Aber ich verstehe, was du meinst, am Ende hätte ich mir auch noch etwas mehr gewünscht! Hast du dir den Film schon angeschaut? Ich noch nicht, ich bin nicht sicher, ob der Film nicht nur eine Enttäuschung sein kann. (Ich scheue vor Buchverfilmungen oft zurück.)

    LG,
    Mikka

    1. Guten Morgen 🙂
      Ja, verstörend ist ein gutes Wort für manche der Ereignisse. Ich muss ehrlich sagen, dass ich einfach komplett andere Erwartungen an das Ende hatte – irgendwie hatte ich mit dem modernen Dystopie-Schema gerechnet, sprich Offred in den Fußstapfen von Ofglen, aber so war es doch etwas abrupt.
      Bisher habe ich mir die Verfilmung nicht angeschaut, einerseits weil ich kein Hulu-Abo hab und andererseits weil ich nicht sehen will, wie sehr sie die Handlungen verharmlost haben, um den Film überhaupt veröffentlichen zu dürfen. Versteh mich nicht falsch, mir ist klar, dass diverse Handlungen nicht so verfilmt werden können, aber meist führen diese Abänderungen zu einer komplett anderen Geschichte und darauf kann ich verzichten.

      Liebe Grüße,
      Smarty

  2. Deine Besprechung hat mich dazu veranlasst, das Hörbuch, das schon seit zwei Monaten auf mich wartet (ich habe ebenfalls ein audible-Abo 🙂 ), endlich in Angriff zu nehmen. Ich schaff’s nur stückchenweise, es geht einfach zu sehr unter die Haut. Wenn man die Andeutungen über die politische Situation aus der Zeit vor Gilead mit der aktuellen Situation in den USA (und nicht nur dort) vergleicht, ist das schon ziemlich gruselig. Gerade deswegen ist das Buch ein Must-read, danke für die Anregung!

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