Fuck sei Dank

Fuck sei Dank

Inhalt:
Anais Hendricks ist fünfzehn und sitzt auf dem Rücksitz eines Polizeiautos. Ihre Schuluniform ist blutverschmiert, und am anderen Ende der Stadt liegt eine Polizistin im Koma. Doch Anais kann sich da an nichts erinnern. Jetzt ist sie auf dem Weg ins Panoptikum, eine Besserungsanstalt für schwer erziehbare Jugendliche, die für das Waisenkind am Ende einer langen Kette von Heimen und Pflegefamilien steht. Das Panoptikum, ein ehemaliges Gefängnis im Niemandsland der Provinz, scheint wie gemacht für Anais, die mittlerweile sowieso denkt, sie sei ein Experiment, das Objekt einer Reihe von Versuchen, die zeigen sollen, wann ein Mensch zerbricht.

Während Anais mit ihrer schwierigen Vergangenheit ringt und sich mit Mut und Fantasie durch ein Fürsorgesystem boxt, das ihr einen Schlag nach dem anderen versetzt, findet sie in den anderen Jugendlichen des Panoptikums fast so etwas wie eine Familie. Eine Familie, die sich ihre eigenen Mythen und Legenden schafft und deren Bande stärker sind als das System, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt. Es sei denn, du hast ein Haifischherz und Freunde, die dir helfen, ihm zu folgen …

Meinung:
Ein Buch, wie ich es zuvor noch nie gelesen habe. Diese Aussage trifft eindeutig zu. Eine doch recht ungewöhnliche Story zwischen eiskalter Heimkinder-Realität und verkorkster Jugend auf Dauertrip. Es fiel anfangs ziemlich schwer, in die Geschichte einzutauchen und hat mindestens das erste Drittel zum Warm werden gebraucht. Denn die Sprache muss man mögen oder zumindest dulden. Um das ganze realer wirken zu lassen, hat sich die Autorin für eine äußerst vulgäre „Jugendsprache“ entschieden. (Ich zähle mich selbst zu Jugend, aber so würde ich mich dennoch niemals artikulieren) Aber wie gesagt, nach einer längeren Eingewöhnungsphase kommt die Geschichte in Schwung. Man lernt die Charaktere besser kennen, merkt, wie man immer mehr partizipiert und sich sorgt.

Von da an läuft es fast wie geschmiert, was für mich den weniger diffusen Tripps der Protagonistin zuzuschreiben ist. Es geht zwar immer noch rund, aber die Autorin verzichtet auf weitere (beinahe zu ausschweifende) Ausführungen über die Wirkung diverser illegaler Substanzen.

Positiv aufgefallen ist, wie viel die Autorin der Fantasie des Lesers überlässt. Nicht alle Informationen auf einen Schlag zu bekommen, manches nur so nebenbei zu erfahren und in mancher Angelegenheit im Dunkeln gelassen zu werden, macht das Lesen wohl zu einer individuellen Erfahrung für jeden Leser. Das Gefühlsleben der Protagonistin wird hingegen wirklich gut beschrieben, zwar scheinen ihre Taten nicht immer gänzlich nachvollziehbar, aber dennoch.

Fazit:
Eine ungewöhnliche Story, geschrieben in einer für Bücher unüblichen Sprache, die einem liegen sollte. Charaktere, die man nicht so schnell vergisst und denen man einfach nur das Beste wünscht. (Den meisten zumindest 😉 )

0 Gedanken zu „Fuck sei Dank

  1. Jetzt hast Du’s ja geschafft 😉 Und durch Deine Rezension krieg ich einen guten Eindruck davon, was auf mich zukommen würde, wenn ich, wie ich das eigentlich vor hatte, das Buch selbst mal lese. Schade nur, dass Dir die Sprache nicht so richtig gefallen hat.

    LG, Katarina 🙂

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